WHO AM I?

Sonntag, 27. Juni 2021

 Wie würdest du dich einem neuen Menschen vorstellen? Was sind die 3 ersten Charaktereigenschaften, die dir zu deiner Person einfallen? Bei mir wäre es vermutlich: ehrgeizig, verträumt, perfektionistisch - oder irgendwie etwas vergleichbares. Ist ja recht schwer, sich bei solchen Fragen auf das Wesentliche zu beschränken, schließlich sind wir alle mehr als diese drei ersten wesentlichen Eigenschaften. Aber bin ich wirklich so?




Das Leben ist aufregend und doch sind die ganzen ersten Jahre unseres Lebens sehr von Struktur geprägt. Als minderjährige Person ist man noch nicht sehr unabhängig, man ist stark von den Vorstellungen anderer und natürlich auch von den Eltern geprägt. Die ganzen Grundstrukturen wie Grundschule, weiterführende Schule etc. geben erst den richtigen Rahmen, sodass sich jeder bestmöglich entwickeln kann.
Dennoch glaube ich, dass wir alle auch ein Stück weit nach den Rollen anderer leben. Wir lassen uns inspirieren, suchen nach Vorbildern, probieren uns aus und entdecken dadurch erst, was uns wirklich ausmacht und wer wir tatsächlich sind.



Vieles ist meines Erachtens auch bedingt durch die Erwartungen anderer. Erinnert ihr euch noch an diese Rollen, die jeder in seiner Schulzeit so hatte? Der eine war der Klassenclown, jemand anderes der Vorzeigeschüler und so weiter. Mit diesen Rollen gehen Eigenschaften einher und irgendwie baut sich jeder sein eigenes Bild durch all solche Konstrukte zusammen - sicherlich nicht nur ausschließlich dadurch, aber es hat bestimmt auch einen großen Anteil bei der Persönlichkeitsentwicklung.


Ich weiß noch, wie ich vor mehreren Jahren nach meinem Abschluss in 2016 hier einen Beitrag über meine Gedanken verfasste. Ich war gespannt auf die darauf kommende Abiturzeit und es war toll zu sehen, was man alles geschafft hat und wie weit man gekommen ist. Trotzdem war für mich klar, dass ich mein Abitur machen möchte und weiterhin die Schule besuchen möchte. Ich erinnere mich daran, dass auch einige meiner damaligen Mitschülern sich zu einer Ausbildung entschieden. Im Nachhinein habe ich dafür vollsten Respekt, weil ich mich bei der Fülle an Möglichkeiten zu der damaligen Zeit noch nicht hätte festlegen können. Und irgendwie stehe ich derzeit wieder an einem ähnlichen Punkt.


Es sind einige Jahre vergangen und mittlerweile studiere ich im 2. Semester Medien und Kommunikation. Und auch wenn sich diese Entscheidung richtig anfühlt, so muss ich gestehen, dass man sich doch immer wieder fragt, ob es das Richtige ist. Insbesondere ich bin jemand, der vieles sehr stark analysiert und hinterfragt und bei der Flut an Studiengängen fragt man sich eben oft, ob es nicht doch noch etwas besseres gibt. Woher soll man es auch wissen, schließlich beginnt doch jetzt erst das richtige Leben, oder? Nach dem Abi oder dem Schulabschluss sind wir so frei und ganz plötzlich auf uns selbst gestellt. Jahrelang befolgte man das Muster Schule, musste sich um vieles keine Gedanken machen und plötzlich steht man da und wird gefragt, was man werden will, wer man eigentlich ist.


Und das fällt mir im Nachhinein sehr schwer. Wie soll jemand mit relativ wenig Lebenserfahrung eine solche Frage beantworten? Schließlich kannte man bis dahin nur das Muster Schule, man hatte vielleicht noch ein paar Hobbys oder war in einem Sportverein, aber waren dies tatsächlich die Sachen, die jemanden ausmachten? Ich entschied mich 2019 zu einem Gap Year, reiste alleine nach Asien in der Hoffnung mehr Wissen über mich selbst zu erlangen, einfach mal raus zu kommen und mich in ein kleines Abenteuer zu stürzen. Natürlich habe ich nach dieser Reise auch nicht die eine Erkenntnis bekommen, aber vielleicht muss das auch gar nicht so sein. Vielleicht ist der Weg zu uns selbst eine Art kleine Reise über das gesamte Leben hinweg und wird nie eindeutig zu beantworten sein, schließlich ist ja jeder Mensch ganz individuell.


Ich dachte eigentlich immer, dass ich jemand bin, der genau weiß, wer er ist und was er will. Doch mit dem radikalen Umzug 500km weit weg aus meiner Heimat habe ich vieles infrage gestellt, weil man hierdurch wieder viel neues lernt - auch über sich selbst. Mit dem Umzug und der Tatsache nun alleine zu wohnen stieg die Eigenverantwortlichkeit, aber ich habe mich sehr darauf gefreut - eben auf diese vollkommen neue Unabhängigkeit. Genauso erinnere ich mich noch daran, wie ich immer vom Land weg wollte, am besten gleich in die Großstadt und alles komplett verändern. Doch nach mehreren Monaten in Augsburg habe ich gemerkt, dass ich mein kleines Dorf und das Landleben doch vermissen kann und entschied mich spontan dazu, meine Eltern für mehrere Wochen zu besuchen. Parallel lerne ich für die anstehenden Klausuren im Juli und freue mich riesig auf die Semesterferien. 
Mir ist bei all dem klar geworden, wie wichtig es ist, sich selbst auszuprobieren, einfach auf sein Bauchgefühl zu hören und das zu machen, nachdem man sich gerade sehnt. Ich habe mich auch ein wenig davon gelöst, mich als Mensch eindeutig zu charakterisieren, denn wer weiß letztlich, was in einem Jahr passiert und wie ich mich vielleicht auch in den kommenden Jahren verändern werde.


Verändert hat sich aber nicht nur mein Blick auf die Dinge, sondern auch mein Modestil. Früher habe ich mich oft sehr neutral und schlicht gekleidet - möglichst erwachsen mit viel Schwarz, Weiß und Grau. Doch als ich in Thailand war und sah, wie farbenfroh die Kleidung war, entdeckte ich meine Liebe zu Pastell-Farben. Bunte und luftige Kleider sind derzeit meine absoluten Lieblingsteile im Kleiderschrank, da sie auch im Sommer angenehm zu tragen sind. Ich mag diesen femininen Kleidungsstil sehr - auch etwas, was ich früher nie gedacht hätte, als ich vielleicht zwei Röcke besaß, die kaum getragen wurden. Solche femininen Kleider findet ihr bei Alba Moda (an dieser Stelle vielen Dank für die Kooperation!).


Wie seht ihr euch und wie würdet ihr euch definieren? 

Lara

6 Kommentare:

  1. Das hast du super reflektiert! :) Ich habe mir die Definitionsfrage auch schön des Öfteren gestellt, bin aber nie auf eine Antwort gekommen. Ich bekomme es einfach nicht hin, egal wie lange ich darüber nachdenke :D

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    1. So geht es mir auch :) Und dennoch stelle ich mir die Frage recht oft, haha!
      Danke dir!

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  2. Es sieht hier sehr wunderschön aus :D Bezüglich auf meine Charaktereigenschaften habe ich schon in mein Blog in der letzten Blogartikel ;)

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  3. Beautiful dress, and the pictures as well! :)

    Petra z FRENCHSTYLE | Sleduj ma aj na Instagrame

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