SAME BUT DIFFERENT / WHY I STOPPED USING INSTAGRAM

Sonntag, 23. Dezember 2018

Ich erinnere mich noch gerne daran, als ich 2015 mit dem Bloggen angefangen habe. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Glück, dass es schon mehrere Tutorials gab. "Wie baue ich meinen Blog auf?", "Was muss ich beachten und wie generiere ich Reichweite?" - all solche Fragen konnte ich dank des Internets für mich beantworten und so baute ich mir immer mehr meinen heutigen Blog auf. Einer der Punkte war zum Beispiel, dass man möglichst viele soziale Netzwerke nutzen sollte. Das sollte nicht nur die Reichweite vergrößern, sondern sollte auch dabei helfen, auf vielen Plattformen aktiv zu sein und sich kreativ auszuleben.
Die Frage nach der genauen Umsetzung und dem Wie wurde allerdings kaum bis gar nicht beantwortet. Das blieb letztendlich ja auch jedem selbst überlassen, was an sich auch gar nicht schlecht ist, aber seit neuestem bemerke ich auf vielen Netzwerken - besonders auf Instagram - einen Trend. Einen Trend, der hin zum Kopieren und weg von der eigenen Kreativität geht.


Ich will ehrlich mit euch sein: Ich habe mir bei meinem Blog anfangs nicht wirklich Gedanken gemacht und bei Instagram früher auch nicht wirklich. Viele dieser Bilder, die ich damals gepostet habe, existieren gar nicht mehr, weil ich vor meinem jetzigen Instagram Account ein Profil hatte, bei dem ich mich selber nie zeigen wollte. Stattdessen postete ich Bilder von Landschaften oder auch Blumen und so ziemlich jedes Bild war viel zu stark mit einem Instagram Filter bearbeitet.



Im Nachhinein ist das ganze etwas lustig, aber dennoch irgendwie merkwürdig, denn ich behaupte, dass viele Netzwerke an ihrer Kreativität verlieren. Nicht, dass meine damaligen Bilder irgendwie kreativ waren - ganz im Gegenteil. Aber irgendwann fing es an, dass es nicht mehr um die Bilder an sich ging. Im Laufe der Zeit orientierte man sich an irgendeiner "Norm", wenn man so sagen kann. Und auch ich habe das gemacht, meinen damaligen Instagram Account gelöscht und meinen heutigen eröffnet. Lediglich ein paar Freunde kennen wohl noch die Bilder von mir, die alle einen weißen Rand hatten, den ich immer hinzugefügt habe, um meine Bilder ein wenig einheitlicher zu gestalten und um sie in der vollen Größe zu präsentieren.



Das war mein erster unbewusster Schritt, bis ich irgendwann merkte, dass diese Ränder vielleicht doch nicht gut wären. Das Bild war irgendwie zu weit weg, sodass man Details oft nicht erkennen konnte. Es war die Zeit, in der einige Blogger an Reichweite gewannen und 100.000 Follower eine erstaunliche Zahl war, die nur die größten Follower hatten. Und ich war auch einer dieser Follower von den Leuten, die in meinen Augen irgendwie Ahnung hatten. Jedes Bild war irgendwie unterschiedlich, aber die Gesamtheit aller Bilder war gleich. Der gleiche Filter, die gleiche Pose und immer nur das Gleiche zu sehen und dennoch wirkte diese Vereinheitlichung auf mich irgendwie ästhetisch, also wollte ich es auch ausprobieren - nicht nachmachen. Ich bearbeitete meine Instagram Bilder nur noch mit VSCO, weil Leonie Hanne irgendwann mal meinte sie würde das auch tun und weil ich mir davon erhoffte, eine Struktur und eine individuelle Ästhetik zu gewinnen.





Die Bilder aus dieser Zeit sind immer noch online und können angesehen werden, wenn man etwas auf meinem Instagram Profil runter scrollt. Alle Bilder passen irgendwie zusammen, obwohl die vielen Farben nicht stimmig sind. Einen wirklich durchgehenden Feed hatte ich nicht, aber das sah ich als eine Stärke an, weil es irgendwie anders war.



Und heute?! Tja, heute sind die Blogger mit den ursprünglichen 100.000 Follower Berühmtheiten und haben Millionen von Fans. Viele haben einen einheitlichen Feed und auch bei kleineren Bloggern sieht man immer mehr den Zwang zur Vereinheitlichung. Es scheint, als könnte man nur dann "Erfolg" haben, wenn alles gleich aussieht.

Ich habe es ja selbst bei mir bemerkt, denn ich folgte auch nur Leuten, die dies verkörperten und irgendwie sehe ich mich von Tag zu Tag immer mehr auch diesem Druck ausgesetzt.
Jedes Bild muss perfekt sein, alles irgendwie im gleichen Farbton - selbst die Kleidung einiger Blogger ähnelt sich so sehr, dass jedes Bild austauschbar ist.
Ich habe im folgenden Bild eine Collage erstellt, von Bildern des Instagam Accounts wehunttrends, der all das zeigt, was nicht nur im Trend ist, sondern was sich vor allem wiederholt.



Und ich selber will mich aus dieser Sache gar nicht rausnehmen, denn auch ich suche oft nach instagrammable places und ich finde es auch nicht schlimm, wenn man mal an einem beliebten Ort ein Bild macht, solange man seinen eigenen Stil beibehält, wenn ihr versteht was ich meine. Das Ganze ist aber mittlerweile in einem derartigen Umfang, dass ich das Gefühl habe, dass man sich nicht mehr von den Bildern inspirieren lässt, sondern sie einfach stumpf nachstellt.



Daher arbeite ich gerade an einem einheitlichen, aber irgendwie dennoch individuellen Feed. Ich möchte generell nicht mehr so viel Zeit auf Instagram verbringen, denn ich habe gemerkt, wie der ehemalige Spaß an Instagram sich zu einem Druck und Zwang entwickelt: Hauptsache viele Follower und alles irgendwie gleich. Und genau deshalb wollte ich einfach mal mich von diesem Zwang lösen und kreativ sein. Und der beste Ort hierfür wird immer noch mein Blog sein. Zwar bemerke ich, wie auch immer mehr bei Blogs alles einheitlich wird, aber dennoch ist das eine gewisse Vielfalt, die reizt und inspiriert. Genau deshalb wird mein Blog auch immer eine höhere Priorität für mich haben als Instagram, da es einfach so schwer ist, diesem Zwang zu entkommen. Ich selber schaue ja auch nach neuen Profilen und will dann auch zu diesem jeweiligen Ort und genau dort ein Foto machen, was möglichst genauso aussieht, wie das ursprüngliche Bild und das ist das, was ich so traurig finde.



Etwas ähnliches habe ich auch bei meinen Outfits entdeckt, was mich auch irgendwie erschrocken hat. Ich habe nämlich gemerkt, wie ich vermehrt auch an einem Einheitsbrei festhalte, der mir zwar gefällt, aber mir irgendwie keine wirkliche Freude bereitet. Bestes Beispiel hierfür sind meine Outfits mit Lederjacke und weiteren Elementen, die vorzugsweise schwarz oder weiß sind.
Deshalb habe ich mich nicht nur mit der Bearbeitung und den vielen Möglichkeiten beschäftigt, sondern auch mit meinem Outfit, der meinen liebsten Outfits ähnelt, aber trotzdem mal in eine andere Richtung geht - beispielsweise durch die Teddyfleecejacke, die ich mir ja schon seit längerer Zeit gewünscht habe.



Das ist es meines Erachtens auch, was Fashion Blogs auszeichnen sollte und vielleicht auch jeden einzelnen von uns: etwas neues ausprobieren, das sich vielleicht an etwas Bekanntem und Altem orientiert, aber das dennoch Abwechslung und Indiviudalität bietet, die mir in den sozialen Netzwerken und teils auch in meinen letzten Outfits manchmal einfach gefehlt hat.



Wie geht ihr mit diesem Druck um und was haltet ihr von den sozialen Netzwerken? Glaubt ihr auch, dass dort die Kreativität und Individualität fehlt oder seht ihr das Thema vielleicht ganz anders als ich?

Lara

Kommentare:

  1. Die Jacke gefällt mir richtig gut! :) Was ich am Rande so mitbekomme, macht auch den Anschein, als würde die Kreativität verloren gehen. Es geht so viel um Zahlen und 'perfekte' Bilder... Habe selbst seit 2013 (?) kein Instagram mehr, Facebook habe ich 2016 gelöscht - lebt sich ganz gut :D

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    1. Das glaube ich! Facebook habe ich auch gelöscht, da ich die vielen Benachrichtigungen irgendwann einfach nervig fand.
      Freut mich, dass es dir gefällt, danke!

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  2. die bilder sind wirklich schön geworden :)
    instagram ist teilweise echt nervig geworden und man sieht gefühlt überall noch das gleiche..ich hab auch schwierigkeiten einen einheitlichen feed hinzubekommen aber man sollte sich nicht zu sehr unter druck setzen.

    Sandy GOLDEN SHIMMER

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    1. Vielen lieben Dank!
      Da hast du Recht. Mittlerweile ähneln sich nicht nur die Inhalte, sondern beispielsweise auch die Werbungen.

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  3. I love the post! Merry Christmas ♥

    londonkidx.blogspot.com

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  4. Nice photos! I think that on instagram people show us, what they want to show (their ideal life).
    mvrtyna.blogspot.com

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  5. halli hallo,
    also ich kann total nachvollziehen, was du meinst. ich nutze instagram (noch), allerdings bekenne ich mich auch schuldig: auch ich habe meine beauty-bilder vereinheitlicht, aber nur, damit es nicht so chaotisch aussieht und meiner ästhetik entspricht. bei mir sollte das produkt im vordergrund stehen ;-D

    liebst,ela
    aber ich hatte auch schon des öfteren das gefühl, dass ich bei verschiedenen personen immer wieder dasselbe bild anschaue- das nervt schon ein wenig........

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    1. Kann ich gut nachvollziehen. Irgendwie wirkt es halt strukturierter mit einem gleichen oder ähnlichen Filter.

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  6. Tolle Bilder :)
    Mir ist auch aufgefallen wie Instagram sich mittlerweile verändert hat. Gefühlt jeder größere Blogger fängt nun auch an seine Presets für Lightroom zu verkaufen und noch mehr Profit aus der Sache zu schlagen..
    Den Instagramaccount, den du oben verlinkt hast, kannte ich bisher noch gar nicht und es ist echt erschreckend wie gleich viele Bilder aussehen.
    Liebe Grüße,
    Alina von https://aphotojournal.de/

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    1. Jetzt wo du es sagst, fällt es mir auch auf! Habe das sogar schon bei kleineren Bloggern gesehen.
      Ja, der Account ist etwas kleiner, aber ist in dem Zusammenhang total interessant, weil es die vielen Parallelen zeigt.

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  7. Ich bin auch gar nicht mehr bei Instagram aktiv, bzw poste ich nichts mehr, da ich es mittlerweile auch einfach langweilig finde, wie gleich und wenig individuell alles ist. Einfach nur ein Schwimmen mit dem Strohm. Ich habe Instagram seit 2013 und vermisse wirklich die Anfangszeiten, in denen man einfach einen schönen Einblick in den Alltag von anderen bekommen hat und die Fotos wirklich nur mit der Handykamera gemacht wurden und herrlich unperfekt waren. Leider ist Instagram zur totalen Kommerzplattform geworden und besteht zu 90% nur noch aus Werbung. Deswegen mag ich Blogs auch viel lieber, denn sie sind viel individueller und persönlicher, schon alleine weil es hier mehr um die Texte geht. Die Teddyjacke ist ja total süß und kuschelig.

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    1. Vielen Dank!
      Ja! Auch bei Blogs findet man ja ab und an mal Werbung, aber ich finde dass das Werben auf dem Blog meist besser umgesetzt werden kann, da man mehr Möglichkeiten hat. Dann finde ich sowas auch gar nicht schlimm. Was mich eher stört ist dass total viele für ein und dasselbe Produkt werben. Ich finde auch hierbei sollte es Individualität geben.

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  8. Ich benutze auch nicht mehr so viel Instagram, weil mich genau das stört. Es gibt keine Individualtität mehr und wirklich jeder Influencer postet gefühlt die gleiche Werbung.
    Ich wünsche dir schöne Weihnachtstage.
    Liebe Grüße
    Luisa von https://www.allaboutluisa.com/

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  9. ich mag instagram wirklich unglaublich gerne aber mich persönlich nervt es auch das alles gleich aussieht. mein instagramprofil hat keinen einheitlichen filter oder sonstiges. mal passen ein paar bilder zusammen und dann wiederum gar nicht. aber tatsächlich achte ich jetzt auch viel mehr darauf was ich poste und vermutlich würde ich ein bild von vor 4-5 jahren nie wieder irgendjemanden zeigen :D
    ganz liebe grüße und schöne weihnachten♥

    http://laraloretta.blogspot.com/

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    1. Oh man das ist bei mir genauso!:D Aber gleichzeitig ist es dann auch schön zu sehen, wie sich die eigenen Bilder entwickeln.
      Ich wünsche dir auch schöne Weihnachten!

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  10. These photos are wonderful, I like them a lot! I stay with you for a long time and I watch your blog! ♥

    http://istotaludzkaa.blogspot.com/

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  11. Ich kann dir da nur vollkommen zustimmen. Ich glaube tatsächlich, dass es gar nicht so einfach ist, sein eigenes Ding zu machen, da wir auch unterbewusst einfach so beeinflusst werden und die Dinge, die uns wirklich gefallen und die, die wir so oft sehen, dass sie uns irgendwann einfach gefallen, miteinander verschwimmen.Ich persönlich bin auch nie richtig zufrieden mit meinem Instagram Feed, da ich bei anderen die Farben immer schöner finde. Dabei ist es ja nicht schlecht, wenn mein Insta anders aussieht!
    Liebe Grüße
    Sarah

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  12. Ich finde diese ewige Gleichheit auf Instagram mittlerweile auch sehr ermüdend... Klar, es gibt schöne Plätze, die sind auch nicht umsonst so berühmt/beliebt geworden. Aber dort führen sich die Leute mittlerweile wegen eines Fotos auf... was man da nicht alles an Unverschämtheit zu sehen bekommt! ;)
    Und generell langweilen mich die ewig gleichen Fotos mittlerweile total, grad weil ja noch dazu alles gleich bearbeitet wird...

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  13. Instagram ist insofern wirklich ermüdend, da gebe ich dir recht, mir geht es auch öfter mal so, aber wir alle können selbst steuern, wem wir folgen und können so einfach auf den "Entfolgen"-Button drücken, wenn wir merken, dass uns dieser oder jener Blogger zu einheitliche Bilder postet. Und irgendwie kann ich es den Leuten auch nicht übel nehmen, dass sie ihre Bilder "vereinheitlichen". Instagram hat so viele Millionen Nutzer und gefühlt sind es dann nochmal doppelt so viele, dass es einfach unmöglich ist, immer originell und individuell zu bleiben. Und was ich neulich erst bei einer meiner liebsten Youtuberinnen gehört habe, die Leute wollen auch nichts originelles, die meisten mögen diese Flut an hübsch gleichmäßig eingefärbten Bildern (Ich meistens ja auch) und wenn sie dann mal ein kreatives Projekt/Video/Wasauchimmer postet, bekommt es so eindeutig weniger Klicks und Likes, dass für jemanden der Instagram, Youtube und co. als Beruf hat, die Entscheidung dann ganz klar für den einheitlichen Content fällt und nicht den Kreativen. Insofern sind wir alle mit dran schuld :D
    Ich denke da hilft dann nur abschalten und andere Prioritäten setzen, wie du es schon gesagt hast, oder kleinen Accounts folgen, die es nur als Hobby haben und sich Herzensprojekte noch leisten können.
    Liebe Grüße,
    Maike
    PS: Die Bilder sind echt schön und auch hübsch bearbeitet! Mal was anderes :)

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  14. Ein sehr interessanter Blogpost von Dir, in dem du sehr gut beschreibst, wie deine Sicht auf die ganze Bloggerwelt ist. Ich finde es auch krass zu sehen, wie immer mehr dem gleichen Stil folgen, nur weil sie merken, dass es vielen Leuten gefällt. Klar orientiere ich mich auch daran, aber es ist nicht so meins. Ich möchte lieber mein Ding machen. Denn was zählt ist die Individualität. Auf Instagram freue ich mich auch, wenn x Leute das Bild liken. Und manchmal ärgere ich mich auch, wenn bei jemand anderes, mehr Likes hat, wo nicht so viel Mühe dahintersteckt. Aber davon sollte man sich nicht von seinem Weg abbringen lassen.

    Du hast mit diesen Zeilen gezeigt, dass es ein wichtiges Ziel gibt, dass jeder ein Individium bleibt.

    Alles Liebe, Prisca
    https://priscasgluecksgefuehle.blogspot.com/

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