VACAY ON TRASH ISLAND - END OCEAN PLASTIC

Dienstag, 23. Oktober 2018

Es ist ein sonniger Vormittag auf Mauritius und unser dritter Urlaubstag. Mittlerweile kennen wir uns auf der Hotelanlage immer mehr aus. Sie liegt direkt am Sandstrand mit kristallklarem Meer. Da ich über die Anlage gehe, fällt mir auf, dass alles gepflegt ist. Kein Müll, kein Laub und auch kein Dreck, der irgendwo auffindbar ist. Eigentlich ja normal für ein Hotel, aber dennoch erfreut es mich, dass täglich darauf geachtet wird, die Natur zu schonen - ein Bewusstsein, das mir anderorts manchmal gefehlt hat. 
Wir sind auf den Liegen und ich bin gerade auf Instagram aktiv, als meine Mutter vorschlägt, einen kleinen Spaziergang außerhalb des Hotels zu unternehmen. An dem Tag lagen wir mal außerhalb des Pools und hatten Blick in ein kleines Waldgebiet am Strand, das aber nicht mehr zum Hotel gehörte und uns irgendwie neugierig machte. „Ich komme mit!“, sagte ich sofort und sprang auf. Gemeinsam machte ich mich mit meiner Mutter und ihrem Bruder auf und wir entdeckten die Gegend. 
Wir sahen viele Steine am Strand, die wir zuvor auch im Hotel gesehen hatten. Des Weiteren sahen wir einige recht interessante Wasserpflanzen und sogar Baumwollpflanzen. 
Und wir sahen Müll, der überall verstreut rumlag.


Von Deutschland kannte ich es bereits, dass einige Leute ihren Hausmüll teilweise einfach in den Wald schmeißen oder direkt vor einem Einkaufsladen deponieren, der von dort aus weiter in die Gegend fliegt. Auch hier hat es mich immer wieder gestört - insbesonders die Mülleimer in der Stadt, die kaum entleert wurden und somit völlig überfüllt waren. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass es - abgesehen von einigen Ausnahmen - doch relativ sauber ist. Klar sieht man mal eine Plastikflasche irgendwo im Gebüsch rumliegen, aber es ist meines Erachtens doch eher die Seltenheit.

Wir gingen durch die Waldregion und während ich immer ab und an die Aussicht auf den indischen Ozean genoss, so schweifte mein Blick doch auch immer wieder auf den Boden ab, auf dem sich unterschiedlichster Müll zeigte. Irgendwann fing ich an, darauf zu achten, was eigentlich alles so rumlag. Meistens waren es Plastikflaschen, in denen ursprünglich Soft Drinks aufbewahrt wurden, aber genauso sah ich auch oft Plastiktüten, Bierdosen und Plastikverpackungen für Lebensmittel; einmal fand ich sogar eine Kondomverpackung - eigentlich konnte man hier so ziemlich alles auffinden.



Es schockierte mich wirklich sehr und so platzten einfach immer mehr Satz-Floskeln aus mir raus: „Ganz schön viel Müll, der hier rumliegt...“, „Warum wird das denn hier alles einfach liegen gelassen?“.
Lauter solcher Sätze waren in meinem Kopf und irgendwie war ich sauer. Vieles deutete auf ausgelassene Feiern hin, bei denen niemand dran dachte, irgendwas wegzuräumen. Das ist sicherlich auch nicht der erste Aspekt, den man bei einer Party bedenkt, aber diese vermeintliche Leichtigkeit und Sorglosigkeit störte mich schon. 
„Das ist aber die Realität, Lara.“, sagte meine Mutter zu mir, „wenn es dich so stört, kannst du ja mit dem Hotel-Manager den Müll zusammen wegräumen“.



Warum der Hotel-Manager? Warum sollte ich den Müll von irgendjemandem wegräumen? Ich war irritiert, dachte aber gleichzeitig daran, wie der Wind den Müll in den Ozean verschiffen würde und wie er dort nach einigen Sonnenstrahlen und etwas Zeit irgendwann zu Mikroplastik zerfallen würde, den die Fische irgendwann aufnehmen würden - und vielleicht auch eines Tages wir, wenn wir unwissend den Fisch essen (btw, heute habe ich einen Artikel gelesen, der davon berichtete, dass Mikroplastik im menschlichen Darm nachgewiesen wurde!). Oder die Meeresschildkröten, die die Plastiktüten als Quallen identifizieren und anschließend qualvoll sterben. 

Dann fragte ich mich, warum ich den Hotelleuten die Schuld zuweisen würde und damit von mir abweisen würde. Zwar war ich nicht diejenige, die den Müll dort liegen ließ, aber wäre es nicht auch meine Schuld, wenn ich ihn dort einfach liegen lasse?



Wir alle weisen meiner Meinung nach gerne anderen Leuten die Schuld und Verantwortung zu, wenn um Dinge geht, bei denen wir zu faul sind, etwas zu ändern. Es ist einfacher zu sagen: „Ich habe den Müll dort nicht hingelegt, also bleibt er da einfach liegen“ und genauso ist es einfacher zu sagen, dass die gegenwärtige Situation normale Realität ist, wenn wir doch alle rein theoretisch dazu fähig sind, die Realität zu etwas Vergangenem umzuwandeln. Theoretisch. Praktisch sieht das oft anders aus.

Wir alle wollen einen schönen Strandurlaub, wollen Flora und Fauna eines Landes bestaunen, aber selbst tragen wir hierzu nicht wirklich viel bei. Das bleibt dann doch meist die Aufgabe des Hotels, das sich aber natürlich nur um die Hotelanlage kümmert. Und solange niemand sich dazu entscheiden wird, mal etwas weg zu räumen, solange wird der Müll hier auch noch verbleiben. 
Also entschloss ich mich schlagartig dazu, am nächsten Morgen etwas Müll aufzusammeln und ihn sachgerecht zu entsorgen.



Ich habe bereits mehrfach geplant, wie das Jahr 2019 für mich verlaufen wird und kam unter anderem zu dem Entschluss, dass ich mich auch mit freiwilliger Arbeit einsetzen möchte. Ich fand beispielsweise eine Organisation, die den Müll aus den Meeren und von den Stränden entfernt - warum sollte ich ein Jahr warten, um der Umwelt etwas Gutes zu tun? Das könnte ich auch ohne eine solche Gelegenheit.

Nach Angaben der Ellen MacArthur Foundation wird bis Mitte des Jahrhunderts mehr Plastik als Fische in unseren Ozeanen sein, und Schätzungen zufolge gibt es bereits heute ein Verhältnis von 1:2 zwischen Plastik und Plankton, einer lebenswichtigen Nahrungsquelle für viele Meeresbewohner. - Quelle
Ich bin mir sicher, dass fast jeder schon mal Müll irgendwo liegen gelassen hat - mal freiwillig oder weniger freiwillig. Wenn aber jeder genauso auch ein Bewusstsein dafür entwickelt, was der produzierte Müll für die Umwelt eigentlich bedeutet, dann kann sich schnell etwas verändern. Natürlich muss man nicht jeden Tag den Müll anderer Leute irgendwo beseitigen - das wäre sicherlich nicht meine Intention des Urlaubs gewesen. Aber wenn man mal ein kleines Plastikteil aufhebt, einfach entsorgt oder auf seinen Müllverbrauch achtet, dann helfen auch diese Kleinigkeiten und tragen zu einer Veränderung bei. Was lediglich fehlt, ist das Bewusstsein an den folgenden Schäden in und an der Natur und vielleicht auch eines Tages an uns selbst.




Lara

Kommentare:

  1. Lovely pictures!

    https://carinazz.blogspot.com/

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  2. Das ist wirklich traurig und erschreckend :( Aber leider wirklich die Realitaet. Als ich im Mai im Robinson Club auf Djerba war, gab es einmal in der Woche eine Aktion, dass fast das gesamte Personal fuer ein paar Stunden Muell am Strand gesammelt hat, die Gaeste konnten sich dabei anschliessend. Fand ich richtig super. Wenn jeder ein bisschen mehr Bewusstsein entwickelt macht das schon viel aus.

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    1. Wie cool - sowas habe ich leider noch gar nicht miterlebt. Definitiv eine tolle Idee!

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  3. Das ist echt einfach nur erschreckend wie viel Müll da rumliegt und in den Ozean wandert. Ich finds toll, dass du dich da engagieren willst. Aber ich denke jeder von uns kann was tun und zum Beispiel einfach mit damit anfangen den Plastiktüten Konsum zu überdenken. Jeder von uns kann im Alltag zumindest einen Mikro-Teil beitragen.

    Liebe Grüße, Milli
    (https://www.millilovesfashion.de)

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    1. Vielen Dank! Da hast du sicherlich Recht, denn das Bewusstsein über die vielen Folgen musst unbedingt geschult werden und sich im Verlauf der Jahre verbessern.

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  4. Liebe Lara,
    Ein wirklich guter Post! Es geht mir genauso, ich rege mich oft auf ab Leuten, die ihren Mist - entschuldige meine Ausdrucksweise - irgendwo liegenlassen! Wie kann man nur?? Ich lasse nie Müll in der Umwelt liegen, aber ich habe bisher noch nie aktiv geholfen, aufzuräumen.. Aber Du hast mich dazu inspiriert, mich mal öfters zu bücken :)
    Liebste Grüsse
    Janine von https://www.vivarubia.com

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    1. Dankeschön!
      Mich regt das genauso auf, da sich da viele sehr rücksichtslos verhalten. Am schlimmsten ist es, wenn der Müll ins Gebüsch geschmissen wird und 100 Meter weiter ein Mülleimer aufzufinden ist.

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  5. Das ist wirklich ein Beitrag, der zum Denken anregt. Ich finde es super, dass du dieses Thema ansprichst und auf die Bedrohung durch die Verschmutzung aufmerksam machst. Solche Initiativen finde ich super und ich finde viele Menschen müssen ein gesundes Bewusstsein dafür entwickeln. Ich versuche auch oft im Urlaub, wenn ich am Strand oder im Meer (Plastik-)Müll entdecke es zu entsorgen. So habe ich dieses Mal im Mittelmeer mehrere Plastikflaschen, Zigarettenpackungen und auch Sandspielzeug aus dem Wasser gefischt und dann am Land entsorgt. Leider machen es nicht sehr viele Menschen, weshalb wir unsere Umwelt und auch die schönen Meere verschmutzen und dadurch viel Chaos und Bedrohung verursachen.
    xx Katha
    showthestyle.blogspot.com

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    1. Ja, es ist echt schade, was da alles im Meer landet. Bei meiner Aufräum-Aktion habe ich sogar alte Schuhe gefunden - echt traurig!
      Danke!

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  6. Danke für diesen Post und ich finde es so toll, dass du deinen Blog dazu nutzt, eine wichtige nachricht zu übermitteln. Der Beitrag regt absolut zum Denken an und ist leider die erschreckende Wahrheit. Ich finde die Initiative bezaubernd und hoffe, mehr menschen entwickeln dieses Bewusstsein dafür.

    schau dir gerne meinen BLOG an und mein Instagram-Profil

    wenn du magst, schau dir auch gerne mein Katzen Video an.

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    1. Vielen lieben Dank! Katzen Videos schaue ich immer gerne, haha!

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  7. Ich finde das auch sehr erschreckend, wie sorglos manche damit umgehen und sich gar keine Gedanken machen. Nicht nur, dass das ja auch nicht schön aussieht, sondern es ist gefährlich für Tier und Mensch. Meine Eltern waren im Sommer in Tunesien, da war das Bild das gleiche. Die Hotelanlage und der Strand wo die Touristen sind war gepflegt und sauber, aber so bald man ein paar Schritte weiter geht lag überall Müll, der mir auch auf ihren Bildern sofort ins Auge gestochen ist.

    Dankeschön für dein liebes Kompliment Lara. Donuts & Dreams ist echt klasse, die Donuts schmecken unglaublich gut und man bekommt dort wie gesagt auch viele fruchtige Sorten.

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    1. Kann ich dir nur zustimmen! Es ist traurig, dass die Gegend um das Hotel weniger gepflegt wird und dafür anscheinend kein Bewusstsein vorliegt.
      Die Donuts muss ich auch unbedingt mal probieren - klingt richtig gut!

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  8. Ich kann zielmich gut nachvollziehen, dass du nach dieser ENtdeckung sauer warst. Das wäre ich auch gewesen, beziehungsweise bin es geworden, als ich deinen Post gelesen habe. Ich finde diese Tatsache so furchtbar traurig und kann es nicht verstehen, dass die Menschheit es nicht begreifen will, was sie der Natur damit antut. Deine Aktion war echt super!

    Liebste Grüße <3

    Sophicially

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  9. das ist wirklich so so schrecklich!!! danke für diesen post, der hoffentlich manche zum nachdenken anregt! und außerdem finde ich es toll, dass du dich nächstes jahr engagieren möchtest!!! super!!

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    1. Ich glaube, dass die Zeit nach dem Abitur für sowas eine super Gelegenheit ist :) Dankeschön!

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  10. Great post dear!
    I follow you can you follow me back?
    www.guzelvekulturlu.com
    Kisses

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  11. Your photos outfit are looking stunning, Such some fabulous photo. I just love the photos.

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